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Was ist ein Krematorium?

Veröffentlicht am 15 Oktober 2026

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7 Min. Lesezeit

Wenn ein Mensch stirbt, stehen die Angehörigen innerhalb kurzer Zeit vor vielen Entscheidungen. Eine Frage stellt sich dabei besonders häufig: Was ist ein Krematorium und was geschieht dort eigentlich? Dieser Ort, der früher vielen Menschen wenig bekannt war, ist in der Schweiz innerhalb weniger Jahrzehnte zu einem wichtigen Bestandteil der Bestattung geworden. 

Heute entscheiden sich in der Schweiz rund 90 % der Menschen für eine Kremation. In vielen Städten und Regionen liegt der Anteil ebenfalls bei rund 90 %.

 

Trotzdem wissen viele Menschen noch nicht genau, worin der Unterschied zwischen einem Krematorium und einem Aufbahrungsraum besteht, wie eine Kremation abläuft oder welche Möglichkeiten es für eine würdevolle und persönliche Abschiedsfeier gibt. Ein Krematorium ist zwar auch ein technischer Ort. Gleichzeitig ist es ein Ort der Besinnung, an dem die verstorbene Person gewürdigt und Abschied genommen werden kann.

 

Hier treffen Respekt, Emotionen und praktische Abläufe aufeinander. 

Definition eines Krematoriums

Ein Krematorium ist ein spezialisierter Ort, an dem die Kremation stattfindet. Dabei wird der Körper einer verstorbenen Person in einem Kremationsofen durch Verbrennung zu Asche umgewandelt. Das Krematorium ist nicht nur ein technischer Ort. Es kann auch ein Ort der Besinnung und des Gedenkens sein, an dem Angehörige in Ruhe Abschied nehmen können.

Wie läuft eine Kremation ab?

In einem Krematorium läuft die Kremation grundsätzlich wie folgt ab:

 

  • Die Abschiedsfeier: Vor der eigentlichen Kremation versammeln sich Familie und Angehörige im Zeremonieraum des Krematoriums. Die Feier kann ganz nach den persönlichen Wünschen gestaltet werden. Dazu gehören beispielsweise Lesungen, Musik, eine Präsentation von Fotos oder eine Ansprache durch eine weltliche oder religiöse Trauerrednerin bzw. einen Trauerredner. Die Abschiedsfeier bietet den Angehörigen die Möglichkeit, gemeinsam Abschied zu nehmen und die verstorbene Person zu würdigen.
  • Der Transport zum Kremationsofen: Nach der Feier wird der Sarg zum Kremationsofen gebracht. In einigen modernen Krematorien können Angehörige diesen symbolischen Moment auf Wunsch hinter einer Glasscheibe mitverfolgen.
  • Die Kremation: Bei einer Kremation wird der Sarg mit der verstorbenen Person in einen Kremationsofen eingefahren. Die Dauer des Vorgangs kann je nach Anlage und Körperbeschaffenheit unterschiedlich sein. Moderne Krematorien verfügen über Anlagen zur Rauchgasreinigung und zur Überwachung des Verbrennungsprozesses. In der Deutschschweiz kommen dabei moderne Technologien zum Einsatz, beispielsweise zur Nutzung der entstehenden Abwärme.
  • Die Aufbereitung der Asche: Nach der Kremation wird die verbleibende Asche sorgfältig gesammelt und aufbereitet. Bei einem erwachsenen Menschen bleiben je nach Körpergrösse und Gewicht etwa 1,5 bis 3,5 kg Asche zurück. Metallische Rückstände und Implantate werden je nach Art und den Vorgaben des jeweiligen Krematoriums vor oder nach der Kremation entfernt. Anschliessend wird die Asche in eine Urne gefüllt.

Krematorium und Aufbahrungsraum: Was ist der Unterschied?

Die beiden Begriffe werden häufig verwechselt. Der Unterschied ist jedoch einfach:

 

  • Der Aufbahrungsraum, auch Aufbahrungshalle oder je nach Einrichtung Aufbahrungsort genannt, dient der vorübergehenden Aufbewahrung und Aufbahrung des Leichnams. Der Körper wird dort häufig in einem gekühlten Raum aufbewahrt, bis die Bestattung und die Abschiedsfeier stattfinden. Angehörige können dort in Ruhe und in einem geschützten Rahmen Abschied nehmen. Teilweise stehen dafür auch private Räume zur Verfügung, und Bestattungsberaterinnen und -berater begleiten die Angehörigen. Ein Aufbahrungsraum bietet damit eine persönlichere Alternative zu den häufig eher sachlich eingerichteten Aufbahrungsräumen in Spitälern.
  • Das Krematorium ist dagegen der technische und zeremonielle Ort für die Kremation. Neben dem Kremationsofen gibt es dort häufig einen Zeremonieraum für die Abschiedsfeier, einen Raum für die Übergabe der Urnen sowie einen Gedenkgarten, in dem Asche beigesetzt oder verstreut werden kann.

 

Einige Krematorien verfügen zudem über digitale Angebote oder Gedenkwände, die der Erinnerung an verstorbene Menschen dienen. In der Praxis vereinen viele Bestattungszentren in der Schweiz beide Funktionen. Sie verfügen sowohl über einen Aufbahrungsbereich für den Leichnam als auch über ein Krematorium.

Krematorien in der Schweiz: ein Netzwerk für Angehörige

In der Schweiz gibt es rund 29 aktive Krematorien, die über das ganze Land verteilt sind. Jedes Jahr finden dort mehrere zehntausend Kremationen statt. Das zeigt, welche Bedeutung die Kremation heute für die Bestattung in der Schweiz hat.

Die wichtigsten Krematorien der Deutschschweiz

 

  • In Zürich: Das Krematorium Nordheim befindet sich beim Friedhof Nordheim und gehört zu den grössten Krematorien der Schweiz. Jährlich werden dort rund 7'000 Kremationen durchgeführt. Neben der Kremation bietet die Anlage Aufbahrungsmöglichkeiten und zwei Abdankungshallen für Trauerfeiern. Die grössere Halle bietet Platz für bis zu 420 Personen, die kleinere für bis zu 190 Personen.
  • In Bern: Das Krematorium Bern befindet sich am Bremgartenfriedhof und wurde bereits 1908 eröffnet. Neben den Kremationsanlagen stehen heute auch Aufbahrungsräume zur Verfügung. Im Jahr 2023 wurden dort mehr als 3'700 Kremationen durchgeführt.
  • In Basel: Das Krematorium befindet sich auf dem Friedhof am Hörnli. Die 2017 eröffnete Anlage verfügt über drei Kremationsöfen und führt täglich rund 20 Kremationen durch. Kremiert werden Verstorbene aus Basel-Stadt und Basel-Landschaft sowie aus angrenzenden Gebieten der Kantone Solothurn und Aargau.
  • In Luzern: Das Krematorium Luzern befindet sich auf dem Friedhof Friedental. Die heutige Anlage wurde 2005 eröffnet und verfügt über drei gasbeheizte Ofenlinien sowie moderne Rauchgasreinigungsanlagen. Jährlich werden dort rund 3'500 Kremationen durchgeführt. Das denkmalgeschützte ehemalige Krematorium von 1925/1926 befindet sich direkt neben der heutigen Anlage.
  • In Winterthur: Das Krematorium befindet sich auf dem Friedhof Rosenberg und kremiert Verstorbene aus Winterthur sowie aus rund 100 Gemeinden der Region. Die Anlage wurde umfassend saniert und zählt laut Stadt Winterthur zu den modernsten Kremationsanlagen der Schweiz.
  • In St. Gallen: Das Krematorium St. Gallen an der Hätterenstrasse bietet neben der Kremation auch Aufbahrungsräume und einen Andachtsraum. Angehörige können auf Wunsch bei der Übergabe des Sarges an das Feuer anwesend sein. 2025 wurden dort rund 5'000 Kremationen durchgeführt.  
  • In Aarau: Das Krematorium der Stadt Aarau befindet sich beim Friedhof Rosengarten und führt Kremationen für die Stadt Aarau und die umliegende Region durch. 2025 wurden dort rund 2'500 Kremationen durchgeführt. Zum Bestattungsangebot der Stadt gehören zudem Abdankungshallen und verschiedene Friedhofanlagen.

Wussten Sie schon?

Die Asche einer verstorbenen Person muss in der Schweiz nicht zwingend auf einem Friedhof beigesetzt werden. Ob eine Beisetzung oder das Ausbringen der Asche ausserhalb eines Friedhofs möglich ist, hängt jedoch von den kantonalen und kommunalen Vorgaben ab. Auch bei einer Naturbestattung sind die örtlichen Vorschriften zu beachten.  

Eine Kremationszeremonie organisieren

Das Krematorium ist nicht nur der Ort, an dem die technische Kremation stattfindet. Es kann auch ein zentraler Ort für die Organisation der gesamten Bestattung sein.

Die konkreten Schritte

  • Vor dem Tag der Bestattung: Je nach Wohnort und örtlichen Abläufen wird die Kremation über das zuständige Bestattungsamt, das Krematorium oder ein beauftragtes Bestattungsunternehmen organisiert. Anschliessend werden die Details für die Abschiedsfeier festgelegt. Ob weltliche oder religiöse Abschiedsfeier oder ein persönlicher Moment der Besinnung: Verschiedene Formen sind möglich. Auch ein einfacher Sarg, der speziell für die Kremation vorgesehen ist und häufig aus biologisch abbaubaren Materialien besteht, kann gewählt werden. Je nach Wunsch können weitere Dienstleistungen hinzukommen.
  • Am Tag der Abschiedsfeier: Familie und Angehörige versammeln sich im Zeremonieraum des Krematoriums. Dort findet die gemeinsame Würdigung der verstorbenen Person statt. Die Feier kann individuell gestaltet werden und richtet sich in ihrer Dauer nach den Wünschen der Angehörigen und den Möglichkeiten des jeweiligen Veranstaltungsortes.
  • Nach der Kremation: Die Asche wird der Familie in einer Urne übergeben. Die Kosten dafür liegen je nach Modell bis zu CHF 800.–. Anschliessend stehen verschiedene Möglichkeiten offen: Die Asche kann in einem Gedenkgarten verstreut, die Urne auf einem Friedhof beigesetzt, zu Hause aufbewahrt oder in einem Kolumbarium beigesetzt werden. 

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