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Apéro oder Imbiss nach einer Beerdigung: So organisieren Sie einen Trauerapéro

Veröffentlicht am 15 Oktober 2026

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ach der Bestattungszeremonie bietet sich für die Familie und die Angehörigen die Gelegenheit, noch zusammenzubleiben: bei einem Trauerapéro oder einem kleinen Imbiss. In diesem ungezwungeneren Rahmen können sie Erinnerungen teilen, der verstorbenen Person gedenken und sich gegenseitig Halt geben.

 

In der Westschweiz spricht man auch von «verrée», «collation post-obsèques» oder einfach vom Apéro nach der Beerdigung. Dabei stellen sich meist dieselben Fragen: Wo soll er stattfinden? Was soll angeboten werden? Für wie viele Personen? Und mit welchen Kosten ist zu rechnen? 

Was genau ist ein Trauerapéro?

Ein Trauerapéro ist ein ungezwungenes Beisammensein nach der Bestattungszeremonie. Familie, Freunde und weitere Angehörige kommen bei Getränken und einem einfachen Imbiss zusammen, um sich an die verstorbene Person zu erinnern. Die Atmosphäre ist dabei weniger formell als während der Zeremonie.

 

Im Gegensatz zu einem formellen Traueressen, bei dem viele Menschen gemeinsam an einem Tisch sitzen können, dauert ein Trauerapéro meist weniger lang, in der Regel ein bis zwei Stunden. Der Rahmen ist bewusst unkompliziert. Die Anwesenden können sich austauschen, persönliche Erinnerungen teilen und Trost in der Gesellschaft anderer finden.

 

Diese Tradition gibt es in der Schweiz und in vielen europäischen Ländern bereits seit dem 19. Jahrhundert. Sie entspricht einem menschlichen Bedürfnis: Nach der Zeremonie nicht sofort auseinanderzugehen, sondern noch etwas Zeit miteinander zu verbringen und das gemeinsame Gedenken in einem persönlicheren Rahmen fortzusetzen.

Warum einen Trauerapéro organisieren?

Ein Empfang nach der Bestattung ist keine Pflicht. Für viele Angehörige kann ein solches Beisammensein jedoch sehr wertvoll sein.

 

Nach der Zeremonie im Krematorium oder auf dem Friedhof tut es gut, noch einen Moment zusammenzubleiben, ohne den formellen Rahmen der Zeremonie. Der Trauerapéro schafft einen Übergang zwischen dem emotional belastenden Abschied und der Rückkehr in den Alltag.

 

Hier ist Raum für persönliche Geschichten, Anekdoten und Fotos. Man kann sich austauschen oder einfach mit den Menschen zusammen sein, die einem nahestehen. Solche Gespräche helfen dabei, sich nicht nur mit dem Verlust auseinanderzusetzen, sondern auch das Leben der verstorbenen Person in Erinnerung zu behalten. Der Trauerapéro ergänzt damit den Abschied während der Bestattungszeremonie und bietet Raum für ein persönlicheres Gedenken.

Wo kann ein Trauerapéro stattfinden?

Für einen Trauerapéro gibt es keine festen Regeln. Wie bei jedem anderen Anlass hängt die Wahl des Ortes von verschiedenen Faktoren ab: der Anzahl der Gäste, dem Budget, der Nähe zum Ort der Zeremonie und den Wünschen der Familie.

 

Für einen Empfang nach der Bestattung kommen verschiedene Orte infrage:

 

  • Zu Hause bei der Familie: Diese Variante ist persönlich und vertraut. Die Kosten sind vergleichsweise gering und der Raum kann ganz nach den eigenen Vorstellungen gestaltet werden. Sie eignet sich besonders für kleinere Gruppen von etwa 10 bis 30 Personen. Allerdings braucht es etwas Vorbereitung und die Anzahl der Gäste ist durch die Grösse der Wohnung oder des Hauses begrenzt. In manchen Kulturen ist es üblich, die Angehörigen nach einer Bestattung zu Hause zu empfangen.
  • In einem Gemeindesaal: Viele Schweizer Gemeinden bieten Räumlichkeiten für solche Anlässe an. Diese befinden sich häufig in der Nähe des Friedhofs oder im Ortszentrum. Je nach Gemeinde liegen die Kosten meist zwischen CHF 100 und CHF 300. Oft stehen eine Küche sowie Tische und Stühle zur Verfügung.
  • In einem Restaurant oder Hotel: Einige Betriebe bieten Räume an, die für einen privaten Empfang reserviert werden können. In der Regel übernimmt das Restaurant oder Hotel die Organisation von Getränken, Imbiss und Service. Die Kosten sind entsprechend höher und liegen durchschnittlich bei CHF 30 bis CHF 60 pro Person. Dafür eignet sich diese Lösung besonders für Familien, die möglichst viel Organisation abgeben möchten.
  • Auf dem Friedhof: Einige Friedhöfe oder Krematorien verfügen über Räumlichkeiten, in denen Angehörige nach der Zeremonie zusammenkommen können. Das ist besonders praktisch für einen kurzen und unkomplizierten Empfang.

Wie organisiert man einen Empfang nach einer Bestattung?

Schätzen Sie zunächst, wie viele Personen am Empfang teilnehmen werden. Als Faustregel können Sie davon ausgehen, dass rund 70 bis 80 % der Personen, die an der Bestattungszeremonie teilnehmen, auch zum Trauerapéro kommen.

 

Wenn Sie einen Gemeindesaal oder einen privaten Raum nutzen möchten, sollten Sie möglichst früh reservieren. In der Schweiz finden Bestattungen frühestens 48 Stunden nach dem Todesfall und in der Regel innerhalb von 96 Stunden statt. Für die Organisation bleiben somit meist nur zwei bis vier Tage. Wenden Sie sich deshalb bereits am Tag nach dem Todesfall an die Gemeinde oder den gewünschten Veranstaltungsort.

Einen Catering-Service beauftragen

Gerade in einer schwierigen Situation kann es für die Familie eine grosse Entlastung sein, einen auf solche Anlässe spezialisierten Catering-Service zu beauftragen. Einige Anbieter haben spezielle Angebote für Empfänge nach einer Bestattung.

 

Wenn die Organisation abgegeben wird, können sich die Angehörigen auf das Wesentliche konzentrieren: an der Besinnung teilzunehmen, Gäste zu empfangen und ihre Gefühle miteinander zu teilen, ohne sich um die praktischen Details kümmern zu müssen. Der Catering-Service übernimmt je nach Angebot die Vorbereitung, Lieferung, den Service und gegebenenfalls auch die Reinigung der Räumlichkeiten.

Was wird bei einem Trauerapéro angeboten?

Ein Trauerapéro sollte unkompliziert und persönlich sein. Bei den Getränken bieten sich Kaffee und Tee, Fruchtsäfte und Wasser, Rot- und Weisswein sowie alkoholfreie Getränke an.

 

Viele Familien möchten bewusst den Wein ausschenken, den die verstorbene Person besonders gerne getrunken hat. Ein solches persönliches Detail kann Erinnerungen und Anekdoten anregen und den Austausch unter den Gästen bereichern.

 

Für den Imbiss eignen sich kleine Sandwiches oder Canapés, Quiches oder salzige Wähen, eine Käse- und Aufschnittplatte sowie kleine süsse Häppchen oder Kuchen. Rechnen Sie pro Person mit etwa 2 bis 3 Getränken und 4 bis 6 Häppchen.

 

Auch die Gestaltung des Raumes sollte schlicht und respektvoll bleiben. Für eine angenehme Atmosphäre braucht es nicht viel: Tische und Stühle, die den Austausch ermöglichen, eine dezente Dekoration mit Blumen und einigen Fotos der verstorbenen Person. Bei Bedarf kann zusätzlich ein Kondolenzbuch ausgelegt werden, in dem die Gäste persönliche Worte hinterlassen können.

Die Kosten für den Trauerapéro frühzeitig einplanen

Für Getränke und Imbiss können Sie mit etwa CHF 15 bis CHF 40 pro Person rechnen. Bei 40 Gästen entspricht das CHF 600 bis CHF 1'600. Hinzu kommt gegebenenfalls die Miete für den Raum: zu Hause kostenlos, in einem Gemeindesaal etwa CHF 100 bis CHF 300. Insgesamt liegen die Kosten somit häufig zwischen CHF 800 und CHF 1'900.

 

Für die Familie kann dieser Betrag eine zusätzliche finanzielle Belastung darstellen, insbesondere wenn gleichzeitig die Kosten für die Bestattung anfallen.

 

Deshalb entscheiden sich immer mehr Menschen dafür, solche zusätzlichen Ausgaben im Rahmen ihrer Bestattungsvorsorge einzuplanen. Wenn Sie einen bestimmten Betrag für den Trauerapéro vorsehen, entlasten Sie Ihre Angehörigen im Todesfall finanziell und ermöglichen ihnen einen würdigen Empfang, ohne dass sie sich um das Budget kümmern müssen.

 

Eine umfassende Bestattungsvorsorge kann nicht nur die Kosten für die Zeremonie und die Kremation berücksichtigen, sondern auch weitere persönliche Wünsche wie den Trauerapéro, Blumen, Todesanzeigen oder andere Ausgaben, die Sie im Voraus festlegen möchten. So können sich Ihre Angehörigen in dieser schwierigen Zeit auf das Wesentliche konzentrieren.

Wen lädt man ein und wie informiert man darüber?

Für einen Trauerapéro gibt es keine formelle Gästeliste. In der Regel steht er allen Personen offen, die an der Zeremonie teilgenommen haben. Manche Familien möchten den Kreis bewusst kleiner halten, insbesondere wenn der Empfang zu Hause stattfindet.

 

Am Ende der Zeremonie kann der Zelebrant oder eine nahestehende Person die Anwesenden über den Trauerapéro informieren und die Adresse des Veranstaltungsortes bekannt geben.

 

Die Information kann auch bereits in der Todesanzeige stehen. Wenn der Trauerapéro nur für einen kleinen Kreis gedacht ist, empfiehlt es sich, die betreffenden Personen persönlich darüber zu informieren, statt den Anlass öffentlich anzukündigen.

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