Verwaltung des digitalen Erbes des Verstorbenen

Im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung der Gesellschaft stellt sich die Frage, wie soziale Netzwerke, E-Mail und andere digitale Zugänge eines verstorbenen Angehörigen zu verwalten sind. Angesichts der Lawine von Anfragen haben die grossen Web-Akteure begonnen, Lösungen vorzuschlagen. Bereits 2008 hatte Facebook diese Bewegung initiiert, indem es Familien auf der Grundlage von Belegen anbot, Profile zu löschen oder einzufrieren und den Vermerk «In Erinnerung an» hinzuzufügen. Sieben Jahre später wurden die Nutzer aufgefordert, sich bei einem «Vermietungskontakt» zu bevollmächtigen, der im Todesfall die Erfüllung ihrer digitalen Wünsche erwirken sollte. Seit April 2019 kann der Vermieter in der neuen Rubrik «Hommage» (Gedenkkonto) das Konto verwalten, auf dem die Angehörigen beispielsweise Nachrichten hinterlassen, Erinnerungen oder Geschichten n Geburtstagen teilen können.

Um die Option zu konfigurieren, klicken Sie auf den kleinen Pfeil oben rechts, dann auf «Allgemein» im Menü und dann auf «Einstellungen für die Umwandlung in Gedenkkonto. »

 Wenn zu Lebzeiten der Person nichts vorgesehen ist (keine und andre Löschung bleibt eine Option), wird der Account automatisch in ein Gedenkkonto umgestellt, jedoch mit weniger Aktionsmöglichkeiten (Fotos, Nachrichten), als wenn ein Vermahlungskontakt benannt wurde.

Auf Instagram – Facebook-Gruppe –  erwähnt die Website  nicht die Möglichkeit, zu Lebzeiten seiner «digitalen Testament» zu organisieren. Die Angehörigen werden gebeten, den Todesfall zu melden und zwischen Gedenken und Löschung des Kontos zu wählen. Dasselbe gilt für Twitter und LinkedIn, wo es nicht möglich ist, zu seinen Lebzeiten vorzuliegen

Grosses Vergessen der Testamente

Google bietet live eine inaktive Account-Management-Lösung an. Eine Frist wird vom Benutzer festgelegt:

Succession digitale

Bis zu 10 Verwandten können ausgewählt werden, um auf das Konto zuzugreifen, nachdem diese Inaktivität abgelaufen ist, mit ihren Kontaktdaten, einschliesslich Telefon, da die Identitätsprüfung per SMS erfolgt.

Von Seiten der Bundesverwaltung wird festgestellt, dass «es sehr schwierig sein kann, die Online-Daten der Verstorbenen zu erfassen oder abzurufen. Ohne Zugangsdaten kann man oft nicht viel tun. » Was den rechtlichen Rahmen betrifft, so fallen physisch gespeicherte Daten unter das Erbrecht, Daten im Internet beziehen sich auf den Schutz der Persönlichkeit, der nach dem Tod erfolgt. Die Rechtsbehelfe sind folglich weniger umfangreich.

Man kann solche Informationen auch festlegen. Eine noch seltene Praxis, meint Alexandra Farine Fabbro, Rechtsanwältin in Freiburg und Erbrechtsspezialistin: «Ich habe so etwas noch nie in den testamentarischen Verfügungen gesehen, auch wenn man zu Recht davon ausgehen kann, dass sich die Dinge allmählich ändern werden. Man kann sich jedoch vorstellen, welche Schwierigkeiten die Familien mit den grossen Plattformen haben. Ich habe einen meiner LinkedIn-Kontakte, der plötzlich verstarb, und ich bin überrascht, jedes Mal an seinen Geburtstag zu sehen, dass sein Account noch aktiv ist. Man kann jeden Zugriff auf ein Notizbuch notieren, das die Angehörigen nach dem Tod finden oder eine digitale Speicherlösung finden. Aber man muss dem Anbieter vertrauen. »

Publiziert
2 März 2020
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