Kann man eine Urne selbst bauen?

Laut dem bildenden Künstler und Schriftsteller André Chabot symbolisiert die Urne «das letzte Haus des Verstorbenen, aber auch seinen Körper und seine Seele in ihrer Einheit. » Sie ist nach ihrem Image gedacht, spiegelt ihre Werte und Vorlieben wider. In diesem Sinne gibt es im Bestattungsinstitut eine Vielzahl von Modellen für Bestattungsurnen. Einige erinnern an die Thematik des Ende des Lebens, wie die gebrochene Wirbelsäule, die Träne, die Taube, andere tragen mehr abgeschwächte Formen und sind wahre Kunstwerke. Solange sie den Willen des Verstorbenen respektieren, können die Bestattungsurnen ohne Grenzen, wenn nicht die des Anstands, personalisiert werden. Daher ist es legitim, sich die Frage zu stellen: Kann man eine Urne selbst herstellen? Die Antwort ist ja, aber es gibt immer noch einige Regeln.

Regeln für die Herstellung einer Urne

In der Schweiz gibt es keine gesetzlichen Normen für die Herstellung einer Urne. Wenn der Verstorbene keinen Vorsorgevertrag abgeschlossen hat, kann sich die Familie entweder eine Urne vom Bestattungsinstitut beschaffen oder sie selbst herstellen und dann dem Krematoriumsteam überlassen. Auch wenn es eine ungewöhnliche Geste ist, so ist es doch sehr symbolisch, selbst eine Urne zu entwerfen und nach dem Vorbild des Verstorbenen zu gestalten. Der Behälter muss jedoch so gross sein, dass die Asche des Verstorbenen je nach seinem Gewicht untergebracht werden kann:

  • bis zu 1,5 Liter bei einer Urne für Kinder,
  • 3 bis 3,5 Liter für eine Urne für Erwachsene,
  • 6 bis 7 Liter für eine Urne duo. Neben dem Fassungsvermögen ist besonders auf die Materialauswahl zu achten.

Eine Urne zur Ascheausbreitung benötigt nicht die gleichen Merkmale wie ein Modell, das in der Natur begraben oder auf einem Friedhof begraben werden soll.

 

Herstellung einer Urne zur Ascheverbreitung

 

Eine Bestattungsurne, deren Zweck es ist, die Asche zu zerstreuen, dient lediglich als Transportbehängung. Daher ist es nicht notwendig, sie aus dauerhaften Materialien zu machen. Eine massgeschneiderte Urne kann aus recycelbarem Karton gefertigt und mit Farbe oder anderem Zubehör personalisiert werden. Da Karton ein relativ einfach zu handhabendes Material ist, können massgeschneiderte Bestattungsurnen die Form von Tieren, Pflanzen, Musikinstrumenten oder anderen Fantasien annehmen, die an die Werte, Überzeugungen oder Interessen des Verstorbenen erinnern.

 

Wenn die Dispersion auf offener See geplant ist, muss die Bestattungsurne unbedingt aus wasserlöslichem Material wie Sand, Salz oder Ton bestehen. Da diese Art von Urnen sehr feuchtigkeitsempfindlich ist, ist es schwierig, die Formel zu reproduzieren, es sei denn, man verfügt über weitreichende chemische Kenntnisse. Dennoch arbeiten die meisten Bestattungsstellen eng mit Bestattungsurnenherstellern zusammen, die aus einem einfachen Konzept oder einer Skizze ein einheitliches Modell erstellen können.

 

Für eine umweltfreundliche Beerdigung in der Natur muss die Bestattungsurne biologisch abbaubar sein. Das am häufigsten bevorzugte Material ist Recyclingpapier, da es feuchtigkeitsempfindlich ist. Ähnlich wie eine Papp-Urne können die Papier-Unen bemalt und nach Ihren Wünschen personalisiert werden. Ebenso wie einige Bestattungsunternehmen, die Urnen mit einem Baumsamen oder einem Steckdorn anbieten, ist es möglich, die Formel mit einigen botanischen Kenntnissen zu reproduzieren.

Herstellung einer Urne zur Aufbewahrung der Asche

Eine Urne zur Aufbewahrung der Asche zu Hause, in einer Höhle oder in einem Kolumbarium muss aus unvergänglichen, witterungsbeständi­gen Materialien gefertigt sein. Sie muss luftdicht verschlossen sein. Auf einigen Friedhöfen ist dies übrigens erforderlich, denn die Urne muss exhumiert werden können. Es ist daher möglich,

  • Eine Keramik-Urne,
  • Eine Urne aus Glasfaser,
  • Eine Urne aus unverwüstlichem Holz,
  • Eine Urne aus Metall,
  • Eine Urne aus Marmor oder Granit.

Einige Materialien sind jedoch einfacher zu bearbeiten als andere. Während die Herstellung einer Urne aus rostlosem Holz mit ein wenig Praxis und dem richtigen Material denkbar sein kann, entwerfen, ein Modell in Marmor oder Granit erscheint utopischer. Dies erfordert ein schwer zu assimilierendes Know-how, ganz zu schweigen von den notwendigen Werkzeugen und Rohstoffen. Um jedoch eine einzige Urne nach ihrem Abbild herzustellen, ist es durchaus möglich, die Pläne zu zeichnen und sich dann für die Ausführung an den Handwerker seiner Wahl zu wenden, auch wenn die Urne dazu bestimmt ist, an einem bestehenden Grabdenkmal zu versiegeln. Einmal hergestellt, ist es übrigens möglich, es zu malen, zu gravieren oder zu dekorieren, je nach Wunsch.

Beachten Sie jedoch, dass die Anfertigung einer massgeschneiderten Urne nicht zu vernachlässigen ist und dass es manchmal sinnvoller ist, sich an Modelle zu wenden, die von Bestattungseinrichtungen angeboten werden, die in den meisten Fällen nahezu unbegrenzte Anpassungsmöglichkeiten bieten.

 

Publiziert
30 Juni 2020
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