Organspende – die rettende Geste

Mit 1400 Menschen, die in der Schweiz auf ein Organ für eine Transplantation warten, ist der Bedarf gross. Im Jahr 2018 konnten laut dem von Swisstransplant veröffentlichten Jahresbericht 278 Transplantationen auf Basis von Schweizer Spendern durchgeführt werden. Die etwa 58 000 registrierten Organspende-Register reichten nicht aus, da 68 Menschen starben, weil sie die dringend benötigten Nieren, Leber oder Herz nicht erhalten hatten.

Neben dem Ausfüllen und Tragen eines Spenderausweises wird heute häufig die Möglichkeit bevorzugt, sich digital in das Organspenderegister einzutragen. Es ist zwar weiterhin möglich, die Dokumente über den Computer von der Website aus auszudrucken, aber mit Hilfe eines Tablets oder Smartphones können Daten und Fotos in wenigen Minuten eingegeben und unterschrieben werden, wodurch die Mitgliedschaft in einem einzigen Schritt abgeschlossen werden kann.

Die Organspende steht in der Regel allen offen und kann bereits ab 16 Jahren eingeleitet werden. Einige Einschränkungen gelten trotzdem, wie Swisstransplant auf ihrer Webseite schreibt: «Menschen mit einer aktiven Krebserkrankung können in den meisten Fällen keine Organe spenden. In der Regel ist nach fünf tumorfreien Jahren eine Organspende wieder möglich. Auch hier: Fachärzte evaluieren bei Eintritt des Tods und bestehender Einwilligung systematisch, ob medizinisch gesehen eine Spende möglich ist. Die absoluten Kontraindikationen für eine Organspende sind neben einer aktiven Tumorerkrankung, die Prionenerkrankungen (Creutzfeld Jakob), Tollwut und eine nicht behandelbare Sepsis (Blutvergiftung).»

 

Auf dem Weg zur Zustimmung der Organspende

In den meisten Fällen liegt die Entscheidung bei der Familie, da keine vorherige Entscheidung getroffen wurde. Angst, den Körper zu berühren, sowie ethische oder religiöse Gründe führen dazu, dass die Spende in 60% der Fälle abgelehnt wird. Auch die Befürchtung, dass die Ärzte zu schnell handeln wollen, ohne dass der Tod absolut sicher ist, wird ins Spiel gebracht. Swisstransplant schriebt hierzu: «[Der Hirntod] wird nach den Richtlinien der Schweizerischen Akademie für Medizinische Wissenschaften (SAMW) von zwei Fachärzten diagnostiziert, die nicht zum Transplantationsteam gehören. […] die Todesfeststellung wird nach den Richtlinien der SAMW im Vier-Augen-Prinzip durch zwei unabhängige Fachärzte durchgeführt […].»

Angesichts der Schwierigkeiten, Spender zu finden, könnte das Gesetz bald geändert werden. Die Initiative «Leben retten durch Förderung der Organspende» zielt darauf ab, das Paradigma umzukehren, indem die ausdrückliche Zustimmung durch die mutmassliche Zustimmung ersetzt wird. Diejenigen, die die Spende ablehnen, sollten dies zu ihren Lebzeiten ausdrücklich mitteilen. Sie sammelte 113 000 Unterschriften. Die Nationale Ethikkommission für Humanmedizin hat einen dritten Weg vorgeschlagen, der alle Bürger dazu zwingen würde, ihren Willen gemäss dem Grundsatz der Selbstbestimmung zum Ausdruck zu bringen. Gegenentwürfe werden bereits vorgelegt, und die Debatte wird heftig werden.

 


 

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Publiziert
10 Februar 2020
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