Welche Schulungen sind für Leichenbaufachleute erforderlich?

Es gibt eine ganze Galaxie von oft verkannten Berufen, die alle Dienstleistungen für den Verstorbenen sowie für die trauernden Familien und Angehörigen umfassen. Im Zuge der sich wandelnden Praxis entstehen neue Berufe und Ausbildungsmöglichkeiten. Sandra Widmer Joly, die seit 6 Jahren als Laienzelebrantin tätig ist, bietet auch Schulungen an, bei denen «die Nachfrage unglaublich gross ist», sagt sie.

Auch die Unterstützung der Hinterbliebenden ist in ständiger Entwicklung begriffen. Seit etwa dreissig Jahren haben sich unter dem Einfluss der akademischen Arbeiten der angewandten Trauerpsychologie einige Praktiker spezialisiert. In der Westschweiz nehmen die Arbeiten von Rosette Poletti Bezug. Im Rahmen des Vereins «Seine Trauer leben», wird eine zweijährige Ausbildung angeboten.

Andere Berufe hingegen sind gut bekannt und beziehen sich mitunter auf Jahrtausend alte Praktiken. Camille Béguin gehört zu den vier Thanatopraktoren, die in der Schweiz tätig sind – 2 in der Westschweiz, einer im Tessin und einer in der Deutschschweiz.  Manchmal wird es vom Bestattungsinstitut angeboten, das sich dann an die Beerdigungsinstitute wende. Innere Pflege besteht darin, Blut durch Formol und Wasser zu ersetzen, um den Körper besser zu konservieren. Die Praxis wird beim Transport des Körpers ins oder aus dem Ausland angewendet, aber nicht nur Camille Béguin erinnert daran: «Viele Menschen sterben an Dehydratation, weil sie am Ende des Lebens nicht mehr tranken und sich nicht mehr ernähren können. Die Hanatoprakie rehydriert den Körper und strafft die Haut. Auch wenn die Person an einem Herzinfarkt stirbt und das Aussehen  beschädigt wurde, kann die Pflege das Aussehen wieder aufbauen»

Fehlende anerkannte Ausbildung

Da es in der Schweiz keine Tänatoprakie-Ausbildung gibt, hat sich Camille Béguin in Frankreich ausgebildet, wo es, wie sie betont, «seit langem eine ganze Reihe spezifischer Ausbildungen für jeden Beruf des Leichenwesens gibt, die vom Staat vorgesehen sind und oft obligatorisch sind. » In der Schweiz, so Camille Béguin, gibt es nichts dergleichen: «Jeder kann ein Bestattungsinstitut öffnen, das ist wenig reguliert. Doch Unternehmer und Bestattungsunternehmer ist ein äusserst komplexer und abwechslungsreicher Beruf. Das erfordert Psychologie, Technik für die Pflege, Verwaltungsarbeit, Organisation . . . . »

 

Ein Bundes-Patent für Bestattungsunternehmer wurde ins Dasein gebracht. Diese versucht, alle Aspekte des Berufs in einer Ausbildung abzudecken und wird von der Schweizerischen Gesellschaft für Bestattungsdienste gefördert. Sie ist jedoch nicht obligatorisch und trennt den Beruf. Um zu erfahren, ob es noch andere spezifische Ausbildungen für den Leichenbereich gibt, haben wir uns mit der Walliser Schulberatung in Verbindung gesetzt. Die erste Frage bezog sich auf den Beruf KFZ-Marmorkünstler: wird im diesen Beruf über das Thema Tod gesprochen? Eine Beraterin antwortet: « Die Ausbildung KFZ-Marmorkünstler: enthält keine eigentliche Themen im Zusammenhang mit dem Tod. Meines Wissens gibt es, abgesehen vom Bundespatente, keine spezifischen Ausbildungen für den Bereich des Todes. »

Wer sind dann die Profis der Bestattungsfirmen. “ Häufig handelt es sich um Fachleute, die bereits eine Ausbildung in einem bestimmten Wirtschaftszweig haben und sich zu einem bestimmten Zeitpunkt dazu entschliessen, in diesem Bereich tätig zu werden. Es kann eine Nebentätigkeit sein, wir hatten den Fall eines Lkw-Fahrers, der sich parallel dazu entschieden hat. » So endet er das Interview: «Dies ist immer noch ein Beruf, der in der Regel an der Arbeit erlernt wird. »

So jetzt ist Alles gesagt.

Publiziert
24 Februar 2020
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