Welche Ausbildung ist für einen Bestatter erforderlich?

Es gibt unzählige Berufe, die die Dienstleistungen für den Verstorbenen sowie für die trauernden Familien und Angehörigen ausführen. Im Zuge der sich wandelnden Praxis entstehen auch neue Berufe und Ausbildungsmöglichkeiten. Auch die Unterstützung der Hinterbliebenen ist in ständiger Entwicklung. Seit etwa dreissig Jahren haben sich unter dem Einfluss der akademischen Arbeiten der angewandten Trauerpsychologie einige Praktiker spezialisiert. Andere Berufe hingegen sind gut bekannt und beziehen sich mitunter auf Jahrtausend alte Praktiken, so zum Beispiel die Thanatopraxie. Es ist eine Praxis, die die optisch und hygienisch einwandfreie Aufbahrung eines Verstorbenen ermöglicht. In der Schweiz gibt es vier Thanatopraktoren: einer in der Deutschschweiz, zwei in der Westschweiz und einer im Tessin. Beim Prozess wird Blut durch Formol und Wasser ersetzt, um den Körper besser zu konservieren. Die Praxis wird beim Transport des Körpers ins oder aus dem Ausland angewendet, aber nicht nur: Viele Menschen sterben an Dehydrierung, weil sie am Ende des Lebens nicht mehr trinken und sich nicht mehr ernähren können. Die Thanatopraxie fügt dem Körper wieder Wasser zu und strafft die Haut. Auch wenn das Aussehen des Verstorbenen beschädigt wurde, kann die Pflege das Aussehen wieder aufbauen.

Fehlende anerkannte Ausbildung

Da es in der Schweiz keine Thanatopraxie-Ausbildung gibt, müssen Interessenten dafür ins Ausland, zum Beispiel nach Deutschland, Frankreich oder England.  In anderen Staaten gibt es oftmals spezifische Ausbildungen für diverse Berufe des Leichenwesens, die vom Staat anerkannt und teilweise sogar obligatorisch für die Ausführung des Berufes sind. In der Schweiz sieht es etwas anders aus: Praktisch jeder kann ein Bestattungsinstitut öffnen. Dies, obwohl der Beruf komplex ist, der Kenntnisse in Psychologie, Technik für die Pflege, Verwaltungsarbeit, Organisation etc. voraussetzt.

Einzig als Bestatter kann man sich weiterbilden und sich mit einem eidgenössischen Fachausweis ausweisen lassen. Das Angebot wir durch den Schweizer Verband der Bestattungsdienste SVB durchgeführt. Dieses versucht, alle Aspekte des Berufs in einer Ausbildung abzudecken, ist jedoch nicht obligatorisch. Wer sind dann die Profis der Bestattungsfirmen? «Häufig handelt es sich um Fachleute, die bereits eine Ausbildung in einem bestimmten Wirtschaftszweig haben und sich zu einem bestimmten Zeitpunkt dazu entschliessen, in diesem Bereich tätig zu werden. Es kann eine Nebentätigkeit sein, wir hatten den Fall eines Lkw-Fahrers, der sich parallel dazu entschieden hat. Es ist immer noch ein Beruf, der in der Regel an der Arbeit erlernt wird.»

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Publiziert
24 Februar 2020
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