Wer bezahlt die Bestattungskosten?

Es ist unbestreitbar, dass die Bestattungen Kosten haben. In der Schweiz liegt der durchschnittliche Preis für Bestattungen zwischen 3800 und 8100 CHF. Dies ist eine wichtige, aber nicht weniger notwendige Ausgabe. Wer möchte dem Verstorbenen nicht eine letzte Ehre erweisen, indem er ein Begräbnis nach seinem Ebenbild veranstaltet? Wenn die Trauerfeier ein Moment voller Emotionen ist, ein Moment, in dem die Familie den Verstorbenen ehrt, indem sie Texte rezitiert, die viel tiefer sind als die anderen, ein Moment, in dem man Beziehungen zu Freunden knüpfen oder wiederaufbaut, die eine aufrichtige Zuneigung für den Verstorbenen pflegen, so ist es auch eine Erinnerung, die wir in unserem Herzen tragen werden. Allerdings machen die Vorbereitungen und die Honorare der verschiedenen Beteiligten einen grossen Teil der Bestattungskosten aus.

Der Vorsorgevertrag

Der Bestattungsvertrag, der von immer mehr Menschen beachtet wird, ermöglicht es, zu ihrer Lebzeiten die Beerdigungskosten zu bezahlen und gleichzeitig seine letzten Wünsche zu vermerken. Die meisten Organisationen bieten Angebote zu erschwinglichen Preisen und unter Berücksichtigung der finanziellen Möglichkeiten des jeweiligen Mitglieds an. Die Zahlung kann bar oder in monatlichen Raten erfolgen. Wenn ein Verstorbener über einen Vorsorgevertrag verfügt, wie die Leistungen des Bestattungsinstituts und generell die Bestattungskosten bereits bezahlt sind, ist die Familie finanziell geschützt. Sie hat also die Freizeit, sich mit den Einzelheiten zu befassen, für die der Verstorbene keine besonderen Wünsche geäussert hätte:

  • Auswahl der bei der Trauerfeier vorgelesenen Texte,
  • Blumenbesteck,
  • Kronen und anderes Bestattungszubehör,
  • Auswahl der Musik usw.

Wenn also der Verstorbene eine Bestattungsversicherung abgeschlossen hat – was, zur Erinnerung, ein Kapital ist, das für die Beerdigung vorbereitet wurde -, kann die Familie über dieses verfügen, um eine Bestattung zu organisieren. Es ist jedoch zu prüfen, ob eine Willensabgabe für die Beerdigung vorliegt. In Abwesenheit muss die Familie dafür sorgen, dass die Werte und Überzeugungen des Verstorbenen respektiert werden.

Antrag auf finanzielle Unterstützung bei einer Bank

Wurde vor dem Tod keine finanzielle Vorkehrung getroffen, so gehen die kosten zu Lasten der Familie. Angesichts der Höhe der zu zahlenden Beträge ist es nicht ungewöhnlich, dass dies zu einigen innerfamiliären Konflikten führt. Nach schweizerischem Recht ist die Familie jedoch verpflichtet, die Beerdigung zu finanzieren, auch wenn sie die Erbschaft ablehnt. Manchmal ist die Schwierigkeit, die Beistellungskosten zu tragen, einfach auf einen Mangel an Bargeld zurückzuführen. In diesem Fall gibt es Lösungen. Während die Banken die Konten einer Person nach der Todesanzeige sperren, um die Nachlass-frage vorzubereiten, können sie jedoch Mittel zur Verfügung stellen, um die Familie bei den Bestattungskosten zu unterstützen. Bei unzureichenden Mitteln auf den Konten des Verstorbenen bleibt die Möglichkeit für die Familie, einen Personalkredit zu beantragen.

Kostenfreie Beerdigung unter Bedingungen

Die meisten romanischen Gemeinden schlagen vor, zumindest einen Teil der Bestattungskosten zu übernehmen. Zum Beispiel hat die Stadt Genf  in 1866 ein öffentliches Bestattungsinstitut. gegründet, um auch den Ärmsten den Zugang zu einer würdigen Beerdigung zu ermöglichen. Deshalb boten die öffentlichen Bestattungsanstalten in Genf historisch gesehen Bestattungsdienste zu erschwinglichen Preisen an. Zehn Jahre nach seiner Gründung sind ihre Leistungen völlig kostenlos, und dieser Service ist auch heute noch aktuell. Im Übrigen wird in Genf keine Mindesteinkommensvoraussetzung verlangt, um von der kostenlosen Beerdigung zu profitieren, es genügt, in der Gemeinde ansässig zu sein. Die Leistungen sind jedoch recht begrenzt: die Gewährung eines Sarges, die Einsargung, die Übernahme der Anmietung der Leichenkammer – falls erforderlich – und der Transport zum Bestattungs- oder Kremationsort. Eine Bestattungsurne kann ebenfalls zur Verfügung gestellt werden.

Was die anderen Städte betrifft, so hat ein Verstorbener Anspruch auf teilweise oder vollständige Kostenfreiheit der obligatorischen Bestattungskosten, wenn er aus dieser Stadt stammte oder dort wohnhaft war. Die Mindestleistungen der Bestattungsstellen setzen sich in der Regel zusammen aus:

  • Bei Beisetzung: das Graben, das Aufschütten der Grube, manchmal sogar die Gewährung eines Grabes an der Linie,
  • Bei Einäscherung: die Erdung der Urne oder die Gewährung einer Box in einem Kolumbarium.

Da diese Kostenübernahme im Ermessen der Gemeinden liegt, ist es am besten, sich an die zuständigen Behörden zu wenden, bevor man sich an ein Bestattungsunternehmen wende und Kosten einsetzt. Um Menschen mit geringen Mitteln ein würdiges Begräbnis zu ermöglichen, kann der Gemeinderat der kontaktierten Stadt die finanzielle Situation einer Familie prüfen und gegebenenfalls einen offiziellen Dienst anbieten, der die Bereitstellung des Sarges und die Übernahme der Hauptkosten der Beistellung umfasst.

Publiziert
6 Oktober 2020
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