Was tun, wenn der Tod plötzlich und unerwartet kommt

Was tun, wenn der Tod plötzlich und unerwartet kommt

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Was tun, wenn der Tod plötzlich und unerwartet kommt

Der Tod kommt auf unterschiedliche Arten. Manchmal kündigt er sich langsam aber sicher an, zum Beispiel bei einer Krankheit. Und manchmal tritt er plötzlich und unerwartet ein, zum Beispiel bei einem Autounfall oder einem Herzinfarkt. Auf den Tod eines geliebten Menschen und die verbundenen Gefühle kann sich kaum jemand gänzlich vorbereiten. Aber das Element des Plötzlichen macht die Trauersituation oft noch schwieriger, als sie ohnehin schon ist.

Everlife.ch möchte Ihnen mit diesem Artikel eine kleine Hilfe leisten, wenn auch Sie vor Kurzem einen geliebten Menschen unerwartet verloren haben, und zeigen, welche Strategien es für die Trauerbewältigung gibt. Auch haben wir einen separaten Artikel über die 5 Trauerphasen für Sie bereit.

Wussten Sie, dass man mit einer Bestattungsvorsorge seine Bestattung planen und sicherstellen kann, dass seine Wünsche erfüllt werden, wenn der Zeitpunkt gekommen ist?

Inhaltsübersicht

Reaktionen von Hinterbliebenen

Einen schrittweisen Wiederaufbau beginnen

Mechanismen für die Trauerbewältigung

Die eigenen Emotionen akzeptieren

Unterstützung bei der Trauerbewältigung nach einem plötzlichen Tod finden

Fazit

Reaktionen von Hinterbliebenen

Ein plötzlicher Todesfall kann in Form eines Suizids, eines Tötungsdelikts, eines Flugzeugabsturzes, eines Unfalls, einer Fehl- oder Stillgeburt oder Herz-Kreislauf-Problemen und vielen anderen Formen in Erscheinung treten. Oftmals verspüren Hinterbliebene folgende Gefühle:

 

  • Schock. Die neue Situation kann derart fremd sein, dass sich der neue Alltag als Traum oder einfach als unreal anfühlt. Manche verspüren zu Beginn nicht einmal Trauer, weil der Kopf noch nicht so weit ist, die neue Situation wirklich zu erfassen.
  • Das Nicht-Wahrhaben-Wollen. Vor allem dann, wenn keine physischen Beweise des Todes eines geliebten Menschen verbleiben, bleibt bei vielen Angehörigen ein Taubheitsgefühl oder das Gefühl, dass möglicherweise ein Fehler aufgetreten ist, und der geliebte Mensch irgendwo auffindbar ist.
  • Grosser Kummer. Nicht nur der Tod selbst, aber die Tatsache, dass man nicht abgeschlossene Gespräche oder Konflikte hatte, bereiten vielen Zurückgebliebenen grossen Kummer.
  • Schuldgefühle. Schuldgefühle sind ein grosses Problem für die Hinterbliebenen, wenn sie den Eindruck haben, der Tod hätte sich verhindern lassen können. Manche Angehörige suchen die Schuld bei sich, was das Verarbeiten eines plötzlichen Todes noch verkompliziert. Nicht selten tun Menschen das auch deshalb, weil es so einfacher ist zu verstehen, wie so etwas Schreckliches passieren konnte.

Einen schrittweisen Wiederaufbau beginnen

Jeder Trauerprozess gestaltet sich individuell. Es benötigt für jeden unterschiedlich lange Zeit, um die einzelnen Phasen der Trauer zu überwinden. Elisabeth Kübler-Ross, eine Schweizer Psychiaterin, hat die fünf Trauerphasen entwickelt – ein Modell, das die typischen Phasen der Trauer beschreibt. Dazu gehören: Schock, Verzweiflung, Verhandlung, Depression und Akzeptanz. 

Mechanismen für die Trauerbewältigung

Nachfolgend listen wir einige Hilfestellungen, wie man mit dem plötzlichen Tod eines Menschen versuchen kann, umzugehen.

 

  • Personen oder Gruppen in ähnlichen Situationen suchen. Es kann hilfreich sein, mit anderen Menschen in gleichen oder zumindest ähnlichen
  • Situationen zu sprechen. Zu wissen, dass man nicht allein ist, wenn man jemanden plötzlich verloren hat, sondern dass auch andere Menschen aktuell mit diesem einzigartigen Schmerz kämpfen müssen, kann einem helfen, sich nicht alleine und isoliert zu fühlen.
  • Psychische oder medizinische Unterstützung holen. Diese Art von Hilfe bedarf ein grosses Selbstempfindungsvermögen. In der Trauerphase erkennt man die eigenen Bedürfnisse oder Veränderungen der Psyche oder des körperlichen Wohlbefindens weniger gut, da die Trauer die eigene Wahrnehmung beeinträchtigen kann. Es sollten deshalb auch Aussenstehende genauer auf ihren Bekannten hinschauen, um ernste Veränderungen frühzeitig zu erkennen und intervenieren zu können.
  • Professionelle Unterstützung aufsuchen. Das kann in Form einer Psychotherapie erfolgen oder auch indem man spezialisierte Trauer-Therapeuten aufsucht, die einem helfen, die eigenen Gefühle besser einordnen zu können.
  • Lernen Sie mehr über die Todesursache. Ist ein plötzlicher Todesfall, beispielsweise durch einen Herzinfarkt passiert, kann es helfen, wenn Sie sich näher mit diesem medizinischen Problem auseinandersetzen und ihnen jemand genau erklärt, welche Vorgänge im Körper zu diesem Problem führen konnten.
  • Führen Sie Rituale ein. Sie können sich beispielsweise mit anderen Familienangehörigen oder Freunden dazu entscheiden, sich einmal jährlich (beispielsweise am Todestag) zu treffen und dem Verstorbenen zu gedenken. Eine andere Idee ist es, am Geburtstag des Verstorbenen das Grab (sofern eines vorhanden ist) zu besuchen oder an den Ort zu gehen, wo die Asche verstreut wurde und eine Kerze anzünden.
  • Fragen Sie Ihr Umfeld für Unterstützung. In Zeiten tiefer Trauer fallen uns sogar die einfachsten Aufgaben wie die eigene Körperhygiene oder das Aufräumen in den eigenen vier Wänden schwer. Fragen Sie einen Freund um Hilfe. So könnte er vielleicht einmal für Sie einkaufen gehen oder die Dankeskarten nach der Bestattung schreiben.

 

In unserem separaten Artikel ‘Unterstützung bei Trauer finden’ haben wir noch weitere Ratschläge für Sie parat.

Die eigenen Emotionen akzeptieren

Besonders wichtig ist es, die Zeit des Trauerns zu akzeptieren und den Schmerz zu fühlen, anstatt ihn zu verdrängen. Leider gibt es kein Allgemeinrezept für die Trauerbewältigung, und auch gibt es keine Pille, die den Schmerz und das Geschehene vergessen lässt. Seien Sie geduldig und liebevoll zu sich selbst. Begegnen Sie Ihren Gefühlen offen und akzeptieren Sie sie. Und rufen Sie einen Therapeuten an, wenn Sie denken, Trauerhilfe zu benötigen.

Unterstützung bei der Trauerbewältigung nach einem plötzlichen Tod finden

Finden Sie, wenn auch nur einen kleinen Trost in der Tatsache, dass es heutzutage viele Menschen gibt, die sich mit dem Tod oder der Psyche auseinandersetzen und Ihnen professionelle Unterstützen bieten können. Wir wissen, dass der Tod an und für sich etwas Normales ist, und manche stellen deshalb den Anspruch an sich selbst, allein damit klarzukommen, denn «alle müssen ja früher oder später einen Todesfall verkraften». Es ist aber völlig normal, sich für diese Phase nach dem Tod Hilfe zu holen. Diese finden Sie vielleicht bei Ihrem Hausarzt, der Ihnen bestimmte Medikamente geben kann, um besser einschlafen zu können, oder bei einem Psychotherapeuten, mit dem Sie über Ihre Emotionen sprechen können. Auch gibt es heutzutage sogenannte Trauercoaches. Das sind Menschen, die sich intensiv mit der Trauerbewältigung beschäftigen und Ihnen durch eine bestimmte Zeit helfen können. Geben Sie «Trauercoach» in Google ein und es werden Ihnen viele unterschiedliche Coaches vorgeschlagen.

Fazit

Trauerbewältigung ist nicht Trauerüberwindung. Den Verlust und Schmerz eines plötzlichen und unerwarteten Todesfalls vollständig zu überwinden, ist kaum je möglich. Wenn man seine Liebsten nicht ein letztes Mal sehen, offene Konflikte nicht abschliessen oder nicht noch einmal sagen kann, wie gern man die andere Person hat, hinterlässt das eine besonders tiefe Wunde. Es macht den gesamten Trauerprozess um einiges schwieriger, als wenn man die Chance erhält, sich auf seine eigene Weise zu verabschieden.
Akzeptieren Sie Ihre Gefühle, wovon Sie sicherlich viele und intensiv über die nächsten Wochen oder sogar Monate fühlen werden. Trauer kommt in Wellen, auch Jahre nach einem Todesfall. Kurz nach dem Eintreten eines plötzlichen Todesfalls gilt deshalb: Einen Tag nach dem anderen zu meistern.

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Rédaction Everlife

Geschrieben von Rédaction Everlife,

Veröffentlicht vor plus d'une année

Lesezeit

5 Minuten

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